TN News Wassernotlagen Gutachten

Gutachten zur Anpassung an Wassernotlagen vorgelegt

Die Anpassung an Wasserknappheit und andere Wassernotlagen hat neben einer regionalen auch eine globale Dimension. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) analysiert in seinem Gutachten die zunehmenden wasserbezogenen Probleme mit ihren Wechselwirkungen und „Kipppunkten“ und gibt Empfehlungen für Anpassungsstrategien. Das im Oktober 2024 der Bundesregierung übergebene Gutachten liegt als Unterrichtung nun auch dem Bundestag vor (BT-Drs. 21/1260 vom 08.08.2025).

Das Gutachten wählt einen globalen Betrachtungsrahmen und gibt universale Handlungsempfehlungen, dabei wirft es einzelne Schlaglichter auf die besondere Situation in Deutschland. Die Analysen und Handlungsempfehlungen betreffen neben der internationalen und deutschen Politik mitunter auch Akteure, die mit dem Wasserhaushalt in Verbindung stehen, insbesondere die Akteure der Wasserwirtschaft, Stadtplaner sowie Umweltbehörden und die Landwirtschaft.

Analysiert werden zunächst die zu erwartenden Verschärfungen wasserbezogener Probleme auf globaler und regionaler Ebene (Kapitel 3) sowie global auftretende Phänomene extremer Wassernotlagen und ihre wesentlichen Entstehungsmuster (Kapitel 4). Das Gutachten zeigt Strategien zur Identifizierung von „Kipppunkten“ bei der Entstehung von wasserbezogenen Problemen auf und schlägt Prinzipien vor, nach denen gesellschaftlich die noch hinzuzunehmenden Risiken und mögliche Anpassungsmaßnahmen verhandelt werden können (Kapitel 5).

Ein Hauptanliegen des Gutachtens ist die Formulierung von Handlungsempfehlungen für klimaresilientes und sozial ausgewogenes Wassermanagement unter Vermeidung von Fehlanpassungen. Bei der Bewertung von Maßnahmen müsse ein umfassenderer Blick eingenommen werden, mit dem auch zeitlich verzögerte und andere Politikfelder betreffende Folgen stärker berücksichtigt werden (Kapitel 6). Zentrale Anregungen für Deutschland sind u. a. die Stärkung der wassersensiblen Stadtentwicklung sowie die Anerkennung auch von „grünem Wasser“ – die für Pflanzen verfügbare Bodenfeuchte – als elementarer Bestandteil des wasserrechtlichen Bewirtschaftungsermessens.

Das Gutachten empfiehlt auch Maßnahmen zum Schutz der Wasserqualität (Kapitel 7), darunter den Einsatz moderner Testverfahren u. a. in Kläranlagen (7.5.4.) und die Ausweitung von Prozessen zur Rückgewinnung von Wasser aus der Industrie (7.5.6.).

Die Autoren schließen mit Impulsen für eine globale Governance zum Schutz von Wasserressourcen und best practices zur staatlichen Wassergovernance (Kapitel 8).

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 21/1260 – Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen – Wasser in einer aufgeheizten Welt

Diesen Beitrag teilen:

Facebook
Twitter
LinkedIn
Email