Die Verbände ATT, BDEW, DBVW, DVGW, DWA und VKU legen mit der sechsten Ausgabe des „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft“ einen fundierten Überblick zur aktuellen Situation der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland vor. Für die Branche, die interessierte Öffentlichkeit und die Politik bietet das Werk wichtige Einblicke in Leistungen, Strukturen und Handlungsfelder, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen durch Klimawandel, Infrastrukturbedarf und gesellschaftliche Entwicklungen.
Mit knapp 5.600 Betrieben versorgt die Wasserwirtschaft rund 83,6 Millionen Bürger mit frischen und sauberem Trinkwasser. Die aktuellen Daten belegen, dass Deutschland im internationalen Vergleich eine stabile Ressourcensituation aufweist: Nur rund 10 Prozent der verfügbaren Wassermenge werden insgesamt genutzt, davon etwa 3 Prozent für die öffentliche Wasserversorgung. Dennoch bestehen regionale Unterschiede bei Wasservorkommen und -qualität, was die Bedeutung regional angepasster Infrastrukturkonzepte unterstreicht.
Als elementare Säule der Daseinsvorsorge bleibt die hohe Qualität des deutschen Trinkwassers unbestritten. 88 Prozent der Verbraucher bewerten das Leitungswasser als gut oder sehr gut, während sich der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch auf einem Tiefststand von 122 Litern bewegt. Trotz gestiegener Kosten zeigen 85 Prozent der Befragten Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Auch Investitionen sind weiter auf Rekordniveau: Über 10 Milliarden Euro fließen jährlich in den Substanzerhalt und Ausbau von Netzen und Anlagen. Herausforderungen bestehen insbesondere in der Anpassung an den Klimawandel. Zunehmende Wetterextreme, steigender Energiebedarf und Anforderungen an moderne Abwassertechnik (z.B. die 4. Reinigungsstufe) erfordern innovative Lösungen und schnellere Genehmigungsverfahren. Fachkräftemangel und Digitalisierung rücken ebenfalls verstärkt in den Fokus.