Diese vierteilige Videoreihe erläutert systematisch und praxisnah, welche Bedeutung das europäische Naturschutzrecht und insbesondere die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie für Unternehmen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung hat. Die Reihe richtet sich an Fachleute in der Wasserwirtschaft, die mit naturschutzrechtlichen Anforderungen bei Planung, Zulassung und Betrieb wasserwirtschaftlicher Anlagen konfrontiert sind.
Video 1 – Die Relevanz der FFH-Richtlinie für die Wasserwirtschaft Das erste Video legt die Grundlagen: Was ist die FFH-Richtlinie, welche Schutzgebiete und Arten sind betroffen und was bedeutet das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 für die Praxis? Im Mittelpunkt stehen das Verschlechterungsverbot und das Verbesserungsgebot sowie die FFH-Verträglichkeitsprüfung als zentrales Instrument bei wasserwirtschaftlichen Vorhaben wie Grundwasserentnahmen zur Trinkwassergewinnung oder Einleitungen von gereinigtem Abwasser in Oberflächengewässer. Ergänzend wird erläutert, welche Bedeutung der Bestandsschutz bei bestehenden Anlagen hat und warum eine frühzeitige Beteiligung an der FFH-Managementplanung für Wasserver- und Abwasserentsorger unverzichtbar ist.
Video 2 – FFH-Gebietsmanagement und seine Bedeutung für die Wasserwirtschaft Dieses Video vertieft das Thema FFH-Managementplan: Wie werden Erhaltungs- und Entwicklungsziele festgelegt, welche räumlichen Betrachtungsebenen sind zu unterscheiden und was bedeutet der günstige Erhaltungszustand in der Praxis? Es wird erklärt, warum der Managementplan trotz fehlender unmittelbarer Rechtswirkung gegenüber Dritten durch seine Behördenverbindlichkeit erheblichen Einfluss auf künftige Zulassungsverfahren hat und warum eine aktive Mitwirkung der Wasserwirtschaft an der Planaufstellung entscheidend ist, um überzogene Erhaltungsziele zu verhindern, die bestehende oder zukünftige Nutzungen unverhältnismäßig einschränken würden.
Video 3 – Moore: Entstehung, Veränderung und Wiederherstellbarkeit Das dritte Video widmet sich Moore als grundwasserabhängigen Lebensräumen, die besonders sensibel auf Grundwasserabsenkungen reagieren und daher für die Wasserwirtschaft von besonderer Relevanz sind. Es wird erklärt, wie Moore entstehen, welche Typen es gibt und welche irreversiblen Veränderungen durch Entwässerung ausgelöst werden. Ein besonderer Fokus liegt auf den Möglichkeiten und Grenzen der Moorwiedervernässung: Welche wasserwirtschaftlichen Risiken entstehen bei Wiedervernässungsmaßnahmen, warum ist eine Wiederherstellung ursprünglicher Moorlebensräume in der Regel nicht realistisch und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für wasserrechtliche Zulassungsverfahren?
Video 4 – Moore und Klimaschutz: Die nationale Moorschutzstrategie und ihre Folgen für die Wasserwirtschaft Das abschließende Video beleuchtet die Rolle der Moore im Klimaschutz: Warum sind entwässerte Moore mit rund 7,5 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen so bedeutsam und was hat das mit der nationalen Moorschutzstrategie der Bundesregierung auf sich? Es wird erklärt, wie hoch der Umfang der geplanten Wiedervernässungsmaßnahmen ist, welche alternativen Nutzungskonzepte wie Paludikultur oder Moor-Photovoltaik dabei eine Rolle spielen und welche potenziellen Risiken für die Trinkwassergewinnung durch großflächige Moorvernässungen entstehen können.
