Wärmegewinnung aus Abwasser im Kanal

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In dieser achtteiligen Videoreihe beleuchtet Mike Böge ein Thema, das in der Wasserwirtschaft noch zu wenig Beachtung findet, aber enormes Potenzial birgt: die Nutzung von Wärme aus Abwasser. Die Reihe verbindet technische Grundlagen mit wirtschaftlichen und organisatorischen Perspektiven und richtet sich an Fachleute aus Abwasserentsorgung, kommunaler Wärmeplanung und Energieversorgung.

Video 1 – Schnittmengen zwischen Wasserwirtschaft und Wärme Das erste Video zeigt, warum Wärme längst ein Thema der Wasserwirtschaft ist. Abwasser trägt konstant Wärme in sich, die nicht nur für biologische Reinigungsprozesse unverzichtbar ist, sondern auch technisch erschlossen werden kann. Da beide Bereiche zur kommunalen Daseinsvorsorge gehören, liegen hier erhebliche Synergien, die bislang zu wenig genutzt werden.

Video 2 – Klassische Fälle der Nutzung Industriebetriebe, Krankenhäuser, Wäschereien, das Kanalnetz in dicht besiedelten Gebieten und der Auslauf der Kläranlage: Dieses Video stellt die wichtigsten Standorte und Anwendungsbeispiele vor und erklärt, wann und warum die Nutzung von Abwasserwärme besonders sinnvoll ist.

Video 3 – Technische Umsetzung Wie funktioniert die Technik konkret? Dieses Video erklärt den Weg vom Wärmeübertrager im Kanal über das Trägermedium bis zur Wärmepumpe und stellt die zwei gängigen technischen Hauptansätze vor: den Rinnenwärmetauscher direkt im Kanal und den externen Platten oder Rohrbündelwärmetauscher. Zudem wird ein kurzer historischer Bogen gespannt, der zeigt, wie die Technik seit den 1980er Jahren gereift ist.

Video 4 – Das Potential Theorie und Praxis klaffen beim Thema Potenzial oft weit auseinander. Dieses Video unterscheidet klar zwischen theoretischem, technisch machbarem und wirtschaftlich sinnvollem Potenzial und erklärt nüchtern, warum der Anteil der Abwasserwärme an der kommunalen Wärmeversorgung bislang bei rund 5 % liegt. Ein realistischer Blick, der das Thema dennoch als wertvollen Baustein einer diversifizierten Wärmeversorgung einordnet.

Video 5 – Wo macht es Sinn Die Kommune steht im Mittelpunkt dieses Videos als logische Initiatorin und zentrale Koordinatorin. Anhand von GIS-basierten Wärmekarten und Kanalinformationssystemen wird gezeigt, wie geeignete Standorte identifiziert werden können. Ergänzend wird erklärt, welche Rolle Kanalnetzbetreiber, Wärmeplaner und Energieversorger im Gesamtprozess spielen.

Video 6 – Typische Herausforderungen  Dieses Video spricht offen über die Hürden, die in der Praxis häufig auftreten: die Notwendigkeit der frühzeitigen Einbindung vieler Akteure, komplexe Vertragsgestaltungen, hohe Investitionskosten im laufenden Betrieb des öffentlichen Raums sowie die Verschmutzungsneigung der Wärmetauscherflächen und die daraus folgende Notwendigkeit eines kontinuierlichen Monitorings.

Video 7 – Besonderheiten für den Abwasserentsorger Was bedeutet die Installation eines Wärmeübertragers im Kanal für den laufenden Betrieb des Entsorgungsunternehmens? Dieses Video gibt Entwarnung: Bei guter Planung ist kein wesentlich erhöhter Reinigungs oder Inspektionsaufwand zu erwarten. Es wird erklärt, wie Leistungsverluste durch Ablagerungen einkalkuliert werden, wann eine gezielte Reinigung sinnvoll ist und welche betrieblichen Einschränkungen durch installierte Messtechnik entstehen können.

Video 8 – Kostentragung Das abschließende Video klärt die Frage, wer zahlt und wer profitiert. Die Investition in Wärmetauscher, Pumpen und Wärmepumpe liegt in der Regel bei privaten Investoren oder Contractoren, während der Kanalnetzbetreiber eine Gestattungsgebühr erheben kann. Wirtschaftlich profitiert in erster Linie der Wärmenutzer, politisch und ökologisch aber auch alle beteiligten Akteure, die mit einem solchen Projekt einen sichtbaren Beitrag zur kommunalen Wärmewende leisten.

Beiträge dieser Reihe